CO2-Emissionen - Aktiver Umweltschutz oder moderner Ablasshandel?

Klimaschutz ist durch intensive Berichterstattung tiefer ins Bewusstsein vieler Menschen gerückt. Wichtiger Diskussionspunkt ist hier unter anderem die Teilnahme am Emissionshandel.

Grundsätzlich sollte man bei der CO2-Diskussion immer betrachten, woher die Informationen stammen und zu welchem Thema sie erhoben wurden. So sind beispielsweise auch bei Prinovis mehrere CO2-Werte im Rennen. Da ist zum einen die Teilnahme am Emissionshandel, der die Standorte Ahrensburg, Itzehoe und Nürnberg unterliegen. Die Verpflichtung zur Teilnahme am Emissionshandel liegt in der Feuerungswärmeleistung (FWL) der einzelnen Heizzentralen begründet. Alle Unternehmen mit einer FWL von mehr als 20 MWh müssen an diesem Emissionshandel teilnehmen. Bei dieser CO2-Betrachtung sind allein die Abgase aus den Brennstoffströmen – zur Erzeugung von Wärme/Dampf – ausschlaggebend. Hierüber werden Bilanzen geführt, die die Gesamtemissionen auswerfen. Diese Emissionsmengen werden dann extern verifiziert und der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) zugesandt. Die angegebene Menge an CO2 (in Tonnen) wird daraufhin – analog zu einem Girokonto – überwiesen.

Zu Beginn der ersten Handelsperiode (2005 bis 2007) hat man auf der Basis von historischen Daten CO2-Zertifikate kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Reichte die zugeteilte Menge an Zertifikaten nicht aus, so war man gezwungen, die fehlenden Zertifikate nachzukaufen. Im anderen Fall war man in der glücklichen Lage, diese verkaufen zu können und somit noch etwas Geld zu verdienen. Dies ist nämlich der Antrieb des Emissionshandels: Einerseits durch Einsparungen, andererseits durch technische Innovationen den Verbrauch zu senken, um letztendlich Ressourcen zu schonen. Die Bundesregierung war mit der ersten Handelsperiode sehr zufrieden, weil die Ziele erreicht wurden. Zurzeit befinden wir uns am Beginn der zweiten Handelsperiode (2008 bis 2012), bei der die Ziele der Bundesregierung noch ehrgeiziger gesteckt wurden, um die CO2-Emissionen noch weiter zu senken.

Ein anderer Aspekt bei der CO2-Diskussion sind die so genannten »Carbon Footprints«. Hierunter versteht man den CO2-Ausstoß bei der Produktion bestimmter Artikel, beispielsweise für die Herstellung einer Zeitschrift. Hierbei werden die einzelnen Prozessschritte – von der Rohstoffgewinnung bis hin zur Entsorgung – auf ihre CO2-Emissionen hin untersucht und dann der Gesamtproduktion/ dem Produkt »in Rechnung gestellt«. Das Ergebnis ist dann ein Wert, der besagt, wie viele Kilogramm CO2 bei der Produktion eines Heftes emittiert wurden. Mit dieser Zahl kann der Kunde oder Endverbraucher selbst entscheiden, welches Produkt er kauft und ob ihm eventuell ein geringerer CO2-Ausstoß einen höheren Preis wert ist. Ein geringerer CO2-Ausstoß muss jedoch nicht immer teurer sein, denn bei der Herstellung wird ja dementsprechend weniger Energie eingesetzt.

Aus diesen Carbon Footprints lässt sich dann auch ein Emissionswert für die »klimaneutrale Produktion« ableiten. Dieser Begriff ist in höchstem Maße irreführend. Eine klimaneutrale Produktion bedeutet nämlich nicht, dass kein CO2 emittiert wurde, sondern nur, dass der Hersteller oder Auftraggeber die Menge an CO2- Emissionen, die er vorher gekauft hat, freiwillig wieder zurückgibt.

Während die Emissionsdaten für den Emissionshandel sehr transparent sind, kann man bei der Ermittlung des Carbon Footprints deutliche Abweichungen feststellen. Dies liegt darin begründet, dass dem Emissionshandel ein einheitliches Modell zur Berechnung der Emissionsdaten zu Grunde liegt. Bei dem Carbon Footprint gibt es nicht dieses eine allgemeingültige und anerkannte Modell. Die Ursache hierfür ist auch schnell gefunden. Nimmt man zur Veranschaulichung den Strom als Beispiel, dann wird schnell deutlich, dass es sehr schwer sein wird, einen einheitlichen Faktor für die Umrechnung von Kilowattstunden (KWh) in CO2-Äquivalente zu bekommen. Hierbei wird dann nämlich ein so genannter Strommix (Zusammensetzung des Stromes aus den verschiedenen Quellen wie Kernkraft, Wasserkraft, Windkraft etc.) verwendet, der von Region zu Region und von Energieversorger zu Energieversorger mehr oder weniger stark schwankt. Eine Firma, die den Strom aus Quellen der erneuerbaren Energien bezieht und diesen Strom dann teurer bezahlt als eine Firma, die nur Strom aus Braunkohlekraftwerken bezieht, möchte diesen Vorteil auch sichtbarmachen. Dies ist mit einem bundesweit einheitlichen Stromäquivalent nur schwer möglich. Jede Firma müsste somit ihren eigenen Umrechnungsfaktor ermitteln, was das ganze System dann wieder intransparent für den Verbraucher/Kunden macht.

Als Resümee lässt sich festhalten, dass in der geführten Treibhausgasdiskussion CO2 nicht gleich CO2 ist und die Gefahr besteht, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Es ist in jedem Fall sinnvoll, die Zahlen ein wenig zu hinterfragen.

Welche Initiative ergreift Prinovis zum Thema »Klimaschutz«? Prinovis will beim Umweltschutz eine führende Rolle in seiner Branche einnehmen! Durch laufende Verbesserung sorgen wir für Glaubwürdigkeit gegenüber den relevanten Zielgruppen wie den Kunden, der Behörde aber vor allem auch unseren Mitarbeitern! Im Sinne eines Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) legen wir jährlich Umweltziele und geeignete Maßnahmen zu deren Umsetzung fest. Damit verbessern wir unsere Umweltleistung und erhöhen unseren Standard. Dies wiederum führt zu einer erhöhten Wettbewerbsfähigkeit.

Wir haben uns Ziele gesetzt, um die Energieeffizienz zu steigern und dadurch die CO2-Emission zu reduzieren. Diese Ziele umfassen die Verbesserung der Energieeffizienz beim Verbrauch (Gebäudetechnik, Gebäudenutzung, Produktionstechnik), die Verbesserung der Energieeffizienz bei der Energieerzeugung (KWK-Optimierung und Ausbau) sowie die Prüfung CO2- neutraler beziehungsweise CO2-armer Energiebereitstellung (Biomasse).

Auf technischem Wege werden also bereits große Anstrengungen unternommen, um Energieverschwendung zu reduzieren. Dies ist aber nicht der einzige Weg, um dieses Ziel zu erreichen. Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Punkt ist daher die Beantwortung der Frage »Was kann jeder einzelne Mitarbeiter an seinem Arbeitsplatz tun?«.

Von Christine Uhde-Leischner und Mike Bolsch

(11.07.2008)