Tiefdruck hält Position in verändertem Medienumfeld

Auch im Zeitalter der elektronischen Medien sind die Printmedien nach wie vor hoch im Kurs. Bei der täglichen Produktion von Magazinen und Katalogen trägt trotz des anhaltenden Kostendrucks nicht zuletzt der Tiefdruck einen bedeutenden Anteil.

»Print ist ein effektives und attraktives Werbemedium. Trotz zunehmender Relevanz der elektronischen Medien haben die Printmedien unverändert Bedeutung für das Geschäft der Verlage und Versender sowie der großen Handelsunternehmen.« Dies hat Nikolaus Broschek, Präsident des europäischen Tiefdruckverbandes ERA, auf einer gemeinsamen Pressekonferenz von ERA und der europäischen Vereinigung der Rollenoffsetdrucker (EWA) anlässlich der Drupa in Düsseldorf hervorgehoben. Nach Angaben des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) über die Werbeumsätze der unterschiedlichen Medien verzeichneten Tageszeitungen und Magazine im Jahr 2006 sogar eine Zunahme von 1,3 Prozent beziehungsweise 3,6 Prozent gegenüber 2005. Zwar ist die Online-Werbung im gleichen Zeitraum erheblich stärker gewachsen, sie liegt aber mit einem Umsatz von 495 Millionen Euro noch weit unter dem Werbeumsatz von Magazinen mit annähernd 1,9 Milliarden Euro. Der Katalog hat als Marketinginstrument unverändert große Bedeutung für das Geschäft der Versender und der großen Handelsunternehmen. Zwar ist der jährlich zweimal erscheinende Basis-Katalog teilweise auf dreimaliges Erscheinen mit geringerem Seitenvolumen, aber gleicher Druckauflage umgestellt worden, das Katalogvolumen ist jedoch insgesamt auch unter Berücksichtigung des Wachstums von Spezialkatalogen nicht zurückgegangen.

»Die Tiefdruckindustrie hat entscheidend dazu beigetragen, dass die Printmedien trotz eines veränderten Umfelds attraktiv und wettbewerbsfähig sind«, unterstrich Broschek. Mit einem Umsatz von acht Milliarden Euro und rund 20.000 Beschäftigten sind die Publikationstiefdrucker ein bedeutender Teil der europäischen Medienindustrie. Jährlich werden in Europa im Tiefdruck rund fünf Millionen Tonnen Papier für Magazine, Kataloge und Werbebeilagen verdruckt.

Broschek wies aber auch auf den anhaltenden Kostendruck hin, vor allem aufgrund der stark gestiegenen Preise für Energie und Rohstoffe, der die Unternehmen zu strukturellen Anpassungen zwinge. Als Folge produktivitätssteigernder Investitionen und Konsolidierungen in der europäischen Tiefdruckbranche befindet sich die Branche jetzt in der Phase einer selektiven Anpassung der Druckkapazitäten. »Dieser aktive Prozess«, so Broschek, »hat das Ziel, die internationalen Tiefdrucker als effektive Dienstleister der internationalen Verlags- und Handelshäuser wettbewerbsfähig zu erhalten. Daneben ist aber auch eine nachhaltige Verbesserung der Ertragslage der Unternehmen unabdingbar.» Broschek ist von der Zukunft des Tiefdrucks überzeugt: »Aufgrund seiner hervorragenden und konstanten Druckqualität, gerade auch bei hohen Auflagen, wird der Tiefdruck auch künftig seine Bedeutung bei der Herstellung von Magazinen und Katalogen in einem sich weiter verändernden Medienumfeld behalten.«

(18.07.2008)